Die Synagoge von Enschede
Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Synagoge in Enschede/Niederlande.
Seit dem Jahre 1834 verfügten die Juden in Enschede über eine Synagoge im Zentrum dieser, im Osten der Niederlande gelegenen Industriestadt. Die jüdische Gemeinschaft zählte damals ungefähr 110 Gläubige.
Durch den Wachstum der jüdischen Gemeinschaft wurde die damalige Synagoge zu klein und wurde eine neue, monumentale Synagoge unter der Architektur von K.P.C. de Bazel aus Amsterdam gebaut.
Diese prächtige, im Jahre 1928 eröffnete "sjoel" (Synagoge) in der Prinsestraat wurde als eine der schönsten in ganz Westeuropa betrachtet.
Orientalische Schönheit auf Enschedeer Boden. Mit seinen runden Dächern mutet das monumentale Gebäude tatsächlich auffallend orientalisch an. Der Architekt hat sich von Kuppeln aus dem Nahen Osten anregen lassen, die sich in einer sehr schönen Weise an die typisch holländischen Ziegelsteine anschliessen.

In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg zählte die jüdische Gemeinde Enschede 1350 Mitglieder.
Nur fünfhundert sollten den Krieg überleben ...............
Die Synagoge diente während des Zweiten Weltkrieges als Unterkunft für den deutschen "Sicherheitsdienst" (SD). Vielleicht ist die Konfiskation durch die SD gerade die Rettung der Synagoge gewesen. Denn man darf annehmen, daß die deutsche Besatzung überhaupt kein Interesse daran hatte, ein Gebäude, das sie selber benutzten, in Brand zu setzen.
Auch dadurch hat die Synagoge fast unbeschädigt den Krieg "überlebt". Die Innenausstattung befand sich noch zum größten Teil im ursprünglichen Zustand.
Und inzwischen geht der Exodus, der nach dem Krieg in Gang gekommen war, unvermindert weiter. In einer Stadt wie Enschede, die zur Zeit etwa 160.000 Einwohnern zählt, wird es immer schwieriger die orthodox jüdische Lebensgestaltung zu behaupten. Koschere Lebensmittel sind nicht mehr erhältlich. Darum verläßt manche Familie Enschede und zieht nach Israel oder nach den westlichen Städten in den Niederlanden. Es bleibt nur eine kleine aber feste Gemeinschaft.
Aber die Uhr tickt gnadenlos weiter. Mit jedem Jahr, das vergeht, wird auch die jüdische Gemeinschaft kleiner. Dennoch gibt es noch jeden Sabbath einen Gottesdienst. Nicht mehr in der großen Sjoel, sondern in der kleine Tagessynagoge. Die große Sjoel wird nur noch an jüdischen Festtagen oder bei speziellen Zusammenkünften benutzt.
Die Restaurierung.
"Wenn nicht schnell etwas an der Instandsetzung getan wird, wird die Synagoge das Jahr 2000 nicht überleben", war die erschütternde Nachricht, die der Vorstand der jüdischen Gemeinde 1990 vom Architekten Sake de Boer hörte.
Unter der Leitung des Bürgermeisters von Enschede, Herrn Jan Mans, ist im Jahre 1996 ein Initiativausschuss gegründet worden, die Gelder einsammelt um diese prächtige Synagoge für die Nachkommenschaft zu bewahren.
Dank der vielen großzügigen privaten Spender und der niederländischen Behörden, die jeweils 1.36 Millionen und 1.5 Millionen Euro gestiftet haben, hat die Restaurierung in 2001 angefangen. Zeit April 2004 befindet die Synagoge sich wieder in einem exzellenten Zustand.
Wie geht es jetzt weiter?
Für die zukünftige Verwaltung ist am Ende des Jahres 2000 eine Sonderstiftung gegründet: "Stiftung Synagoge Enschede".
Der Vorstand dieser Stiftung hat die Pläne entwickelt für die Benützung der Synagoge.
An erster Stelle steht, dass die Funktion als Gotteshaus erhalten bleibt.
Weiter hat man das euregionale, internationale Zentrum für jüdische Studien gegründet in Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen in den Niederlanden und in der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Zentrum ist in einem der Nebengebäude der Synagoge untergebracht.
Auch die Besucheranlagen sind ausgebaut.
Ein Studium Generale, wo spezifisch jüdische Geschichte und Entwicklung akzentuiert werden und das zugänglich ist für Studenten und andere Interessierte aus dem niederländisch-deutschen Grenzgebiet, ist entwickelt.
In der großen "Sjoel" werden auch Konzerte oder andere, besondere Veranstaltungen organisiert.
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Sie können uns finanziell unterstützen wenn Sie spendendes Mitglied der Stiftung werden.. Sie können sich anmelden wenn Sie mindestens € 25,- (für Privatpersonen) oder mindestens € 115,- (für Firmen) auf Kontonummer 58.76.57.774 der "Stichting Synagoge Enschede" beim ABN-AMRO BANK Enschede überweisen.
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